Regionale Obstsortenvielfalt bewahren
Das Leaderprojekt "Obstsortenerhaltungsgarten" soll helfen, vom Aussterben bedrohte Apfel- und Birnensorten der Region zu erhalten. Dazu wurde ein , der direkt an den Kreismustergarten angrenzt. Besonders stark gefährdete Regionalsorten wie die Apfelsorte "Pfaffenhofer Schmelzling" und die "Weißenhorner Birne" wurden im Frühjahr 2020 als Streuobstwiese neu angepflanzt und gepflegt. Als Genpool zum Erhalt der Artenvielfalt von regionaltypischen Apfel- und Birnensorten bietet der neue Sortenerhaltungsgarten Platz für 91 Obsthochstämme.
Nachdem zunehmende Naturereignisse auch die Obstsortenerhaltung gefährden können, wurde als Außenstelle des Kreismustergartens knapp 10 Kilometer in Biberach bei Roggenburg ein weiterer Obstsortenerhaltungsgarten als Streuobstwiese neu angelegt. Dort wurden in den Jahren 2022 bis 2025 auf einem Grundstück des Freistaats Bayern durch das Staatliche Bauamt Krumbach weitere 155 Obsthochstämme bedrohter Regionalsorten angepflanzt.
Pflanzplan:
Ausgehend vom Obstsortenerhaltungsgarten beim Kreismustergarten in Weißenhorn führt seit Mai 2025 eine neue Streuobst-Runde zu den bedeutendsten Streuobstbeständen im nördlichen Landkreis Neu-Ulm. Entlang der 56 Kilometer langen Radtour reihen sich die Hotspots der Obstsortenvielfalt aneinander und machen das kulturelle Erbe der Region erlebbar. Sie vernetzt die zwei Obstsortenerhaltungsgärten, führt zur herrlichen Streuobstwiese "Weichselschlucht" beim Kloster Roggenburg und im weiteren Verlauf entlang Streuobstalleen, Streuobstwiesen, prächtigen Hofbäumen zum bekannten "Obstbaummuseum" in Pfaffenhofen a.d. Roth. Ergänzt wird die Route durch lohnende Ausflugsziele, wie den Ingstetter Weiher, den Plessenteich, das Kloster Roggenburg, die Wallfahrtskirche Witzighausen und den Stadtpark Senden. Bei dieser GeNUss-Tour laden auch zahlreiche Biergärten mit regionalen Spezialitäten zum Besuchen und Verweilen ein.
Die Suche nach den Obstsortenraritäten der Region erfolgte im Rahmen einer umfangreichen Streuobsterfassung mit Sortensuche zwischen 2016 und 2019.
Als kulturelle Erben sind die Regionalsorten besonders gut an unser Klima angepasst und besitzen deshalb einen unverzichtbaren Genpool, den es zu erhalten gilt.
Obstvielfalt der Region
- Projektträger: Landkreis Neu-Ulm
- circa 10.000 m² Pflanzfläche
- Platz für circa 80 Bäume und 80 Sorten
- Hochstämme zur Beurteilung von Wuchs und Resistenz
- Wiesennutzung extensiv
- Eigentümer: Landkreis Neu-Ulm
- Regionaltypische Obstsorten im Erhaltungsgarten pflanzen
- Sortenraritäten des Landkreises erhalten und sichern
- Jungbäume gefährdeter Sorten zum Kauf in Baumschulen anbieten
- Pflanzung dieser Jungbäume als regionaltypische Sorten in Gärten, Streuobstwiesen und Ausgleichsflächen der Kommunen
Bei der Sortenerfassung wurden in den vier beteiligten Landkreisen Neu-Ulm, Augsburg, Aichach-Friedberg und Donau-Ries bisher 374 verschiedene Obstsorten in Gärten und in der Landschaft gefunden. Davon sind 254 Sorten namentlich bekannt, 120 Sorten sind unbekannt.
Zur Erhaltung der im Landkreis Neu-Ulm entdeckten, vom Aussterben bedrohten Regionalsorten werden diese im "Obstsortenerhaltungsgarten" als Obsthochstämme angepflanzt und damit langfristig gesichert. Dazu wurde das neue Leaderprojekt "Obstsortenerhaltungsgarten im Landkreis Neu-Ulm" auf den Weg gebracht.
Neue wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Verzehr von alten Obstsorten gegen allgemeine Allergien vorbeugen. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass alte Obstsorten Apfelallergikern weit weniger Probleme bereiten als neue Apfelsorten.