Radvorrangrouten bieten einen deutlich höheren infrastrukturellen Standard. Dies zeigt sich in Aspekten wie:
- bevorrechtigte Führung des Radverkehrs an Knotenpunkten
- breite und möglichst durchgängige Radwege
- Reduzierung von Konflikten mit dem motorisierten Verkehr oder Fußverkehr
- optimierte Oberflächen und gute Befahrbarkeit auch über längere Distanzen
Sie stellen damit eine leistungsfähige Infrastruktur dar, welche besonders für Pendlerinnen und Pendler interessant ist, wenn sie das Fahrrad als alternatives Verkehrsmittel zum Auto nutzen möchten.
Radvorrangroute Donau-Iller
Der Regionalverband Donau-Iller arbeitet seit 2020 gemeinsam mit dem Alb-Donau-Kreis, der Stadt Ulm und dem Landkreis Neu-Ulm an Planungen zur Verbesserung der Radinfrastruktur auf regionaler Ebene zwischen den Städten Blaustein, Ulm (mit Abzweigung nach Erbach), Neu-Ulm, Senden, Vöhringen, Bellenberg und Illertissen. Grundlage für die bisherigen Planungen sind eine Potentialanalyse (2020) und eine Machbarkeitsstudie (2024):
Machbarkeitsstudie Radschnellverbindungen Region Donau-Iller
Machbarkeitsstudie Radschnellverbindungen Region Donau-Iller (Kurzberich)
In der letzten Sitzung des Arbeitskreises im März 2026 haben sich zwei neue Entwicklungen ergeben:
- Auf dem Herzstück Ulm - Senden wird, wie in der Machbarkeitsstudie noch empfohlen wurde, keine Radschnellverbindung umgesetzt, sondern eine Radvorrangroute. Hauptgrund für die Entscheidung ist, dass der Großteil der Strecken innerhalb bebauter Gebiete liegt und somit die Umsetzung einer klassischen Radschnellverbindung nicht realisierbar ist.
- Zum anderen hat der Landkreis Neu-Ulm die Projektkoordination vom Regionalverband Donau-Iller (RVDI) übernommen.
Verlauf der Vorzugstrassen und Alternativen aus der Machbarkeitsstudie 2023 für den Bereich ab Neu-Ulm bis Illertissen
Erste Fortschritte in Senden
Die Stadt Senden im Landkreis Neu-Ulm macht innerhalb des Projekts den Anfang: Hier gibt es, aufgrund der Vorentwurfsplanung für die Radvorrangroute im Stadtgebiet, bereits einen konkreten Planungsstand, der als Grundlage für die weitere Umsetzung, auch an den verschiedenen Standorten, dienen kann.
Starke interkommunale Zusammenarbeit
Ein besonders positives Signal für den weiteren Projektverlauf ist die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten: Sämtliche Städte, Gemeinden und Landkreise entlang der Strecke haben eine gemeinsame Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI) unterzeichnet.
Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch in einem interkommunalen Arbeitskreis statt, in dem die nächsten Planungsschritte abgestimmt und vorangetrieben werden. Zu diesem sind auch Vertreter der übergeordneten Baubehörden und Fördermittelgeber eingeladen.
Aufräumen mit Vorbehalten gegen Radschnellwege/Radvorrangrouten:
ein Nebeneinanderfahren. Doch damit enden im Prinzip auch schon die Gemeinsamkeiten. Diese Radrouten werden nicht fürs schnelle Fahren sondern um schneller am Ziel anzukommen gebaut. Weil Wartezeiten an Kreuzungen oder Ampeln reduziert werden kommt man schneller voran. Wenn der Radfahrer möchte, kann er aber auch ganz gemütlich oder mit einem anderen Radfahrer nebeneinander fahren – ohne Gedrängel von hinten. Das ist der eine wesentliche Unterschied zur Autobahn. Und obendrein sind Radschnellverbindungen/Radvorrangrouten sehr gut mit anderen Straßen und Radwegen vernetzt, sodass man quasi überall eine "Zu- oder Ausfahrt" findet.
Ländern zeigen aber, dass Radschnellwege/Radvorrangrouten mittelfristig geeignet sind, um Menschen zum Umsteigen auf das Rad zu bewegen. Damit tragen sie also auch dazu bei die Überlastung von Straßen durch den Kfz-Verkehr zu reduzieren.