Landkreis ist auf gutem Weg zur "fahrradfreundlichen Kommune"


Der Landkreis Neu-Ulm ist auf dem Weg zur "fahrradfreundlichen Kommune". Die Bewertungskommission, bestehend aus Vertretern des ADFC-Landesverbandes, des bayerischen Verkehrsministeriums und der "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen" (AGFK) in Bayern, bescheinigte dem Landkreis bei ihrer Hauptbereisung am 26. Oktober 2021 in Neu-Ulm, beträchtliche Fortschritte erzielt zu haben. Die Kommissionsvorsitzende und Geschäftsführerin der AGFK Bayern, Sarah Guttenberger, kündigte an, der bayerischen Verkehrsministerin vorzuschlagen, den Landkreis Neu-Ulm im Januar 2023 mit dem Qualitätssiegel auszuzeichnen.

"Unser Eindruck ist, dass insbesondere in den letzten anderthalb Jahren viel vorangegangen ist", sagte Sarah Guttenberger. Seitdem gibt es im Landratsamt Neu-Ulm die Stelle der Fahrradbeauftragten und Mobilitäts-Klimaschutzmanagerin. Sie ist seit August dieses Jahres mit Esther Schmid besetzt. Sie präsentierte anschaulich und verständlich die Anstrengungen des Landkreises zur Förderung des Fahrradfahrens. Das größte Lob bekam der Landkreis für den Fahrrad-Wintercheck an Schulen, der alljährlich erfolgt. Diese Initiative des Landkreises sei "gnadenlos gut", zeigte sich der Landesbeauftragte des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Robert Burschik, begeistert.

Ebenfalls lobend hervorgehoben wurde, dass der Landkreis den Fokus zusätzlich zum touristischen verstärkt auch auf den Alltagradverkehr gelegt habe. Positiv wertete die AGFK-Kommission auch den "Runden Tisch Radverkehr", den die Fahrradbeauftragte des Landkreises regelmäßig organisiert. Dabei können sich der Landkreis, die Kreiskommunen, das Staatliche Bauamt Krumbach und der ADFC-Kreisverband untereinander austauschen.

Bei ihrem Zertifizierungsaudit im Landkreis machte die Prüfungskommission des AGFK mit ihren Gastgebern auch eine Radtour durch Neu-Ulm.

Eine "gute Zusammenarbeit" konstatierten die Prüfer ebenso mit Radfahrverbänden, Institutionen und Interessengruppen. Auf ein positives Echo stießen auch der stetige Ausbau von modernen Fahrradabstellanlagen, mit denen der Landkreis die weiterführenden Schulen in seiner Trägerschaft ausstattet.

In die richtige Richtung gingen zudem die Informationen über den Radverkehr auf der neuen Homepage des Landkreises und die Öffentlichkeitsarbeit generell sowie die wiederholte Teilnahme am STADTRADELN mit vielen Radlerinnen und Radlern.

Alles in allem setze der Landkreis eine Vielzahl nicht investiver Maßnahmen zugunsten der Radfahrerenden bereits um und überzeuge auch durch seine Mitarbeit im AGFK, hieß es.

Um das Zertifikat "Fahrradfreundliche Kommune" zu erhalten, bedarf es aber noch Nachbesserungen. Insbesondere soll dafür ein Radfahrkonzept mit den vier Säulen Infrastruktur, Information, Kommunikation und Service ausgearbeitet werden. Das Radkonzept des Landkreises befindet sich derzeit noch im Ausschreibungsverfahren. Außerdem steht die sogenannte Modal-Split-Analyse noch aus. Der Modal Split ist eine Kenngröße der Aufteilung des Verkehrsaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel.  Schließlich sollen die Netzplanung wie auch der Unterhalt der Radwege systematisch und übergreifend konzipiert sein.

Fahrradbeauftragte Esther Schmid sicherte zu, dass die Empfehlungen der Kommission erste Priorität in ihrer Arbeitsplanung für das Jahr 2022 habe. Die stellvertretende Landrätin Susanne Salzmann bedankte sich bei der AFGK-Kommission für das Feedback und die konkreten Handlungsempfehlungen und versicherte: "Wir werden unsere Hausaufgaben machen."

Sie nahmen an der Hauptbereisung des Zertifizierers AGFK teil. In der vorderen Reihe (von rechts) die Mitarbeitenden des Landkreises Neu-Ulm: Klimaschutzma-nager Florian Drollinger, Franziska Schönle (Leiterin des Fachbereichs „Zukunft und Innovation“), d

Nach oben