Impfzentrum in Weißenhorn führt Terminvergabe ein
Ankündigung zur Deckelung der Bestellmengen von BioNTech sorgt für Unverständnis


Die überregionalen Entscheidungen zur plötzlichen Ausweitung des Personenkreises für Auffrischungsimpfungen und zu Einschränkungen für Ungeimpfte haben in der vergangenen Woche zu einem sprunghaften Anstieg der Impfnachfrage geführt. Ähnlich wie zu Beginn des Jahres ist es logistisch schlicht und ergreifend unmöglich, eine solche Massennachfrage in kurzer Zeit zu befriedigen. Selbstverständlich setzen wir aber alles daran, um Impfwillige schnellstmöglich zu bedienen. Daher werden nach sofort eingeleiteten Vorbereitungen in den letzten Tagen nun verschiedene Maßnahmen ergriffen. Allen, die geimpft werden möchten, kann in den kommenden Wochen ein Angebot gemacht werden. Dafür, dass nicht alle sofort geimpft werden können und es auch zu Wartezeiten kommt, bitten wir um Verständnis.

Zu den einzelnen Maßnahmen

Einführung einer Terminvergabe im Impfzentrum in Weißenhorn

Um die Besucherströme im Impfzentrum in Weißenhorn wieder besser steuern zu können, wird ab Montag, 22. November, die Möglichkeit einer Terminvereinbarung eingeführt. Dadurch sollen lange Warteschlangen und War-tezeiten gerade in der jetzigen kalten Jahreszeit vermieden werden. Zudem werden die Impfungen dadurch sowohl für die Besucherinnen und Besucher als auch das Impfzent-rum planbarer. Termine können  online gebucht werden über die Corona-Website des Landkreises Neu-Ulm oder direkt unter Huber Health Care. Das Terminportal ist ab Montag, 22. November, 12:00 Uhr, geöffnet. Für Personen, die nicht internetaffin sind, ist eine telefonische Terminvergabe unter 07309 – 927 92 50 möglich. Die telefonische Terminvergabe ist ab Montag, 22. November, geschaltet und Montag bis Freitag von 12:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.

Für Kurzentschlossene wird es weiterhin die Möglichkeit geben, auch ohne Termin im Impfzentrum vorbeizukommen. Hier sollte aber entsprechend Zeit eingeplant werden, da es aufgrund der großen Nachfrage im Moment zu längeren Wartezeiten kommt. Hierfür bitten wir um Ver-ständnis. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, wird des-halb die Terminvereinbarung empfohlen.

Bitte zuerst Arztpraxis für eine Impfung kontaktieren

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der großen Nachfrage nicht sofort alle Interessentinnen und Interessenten auf einmal über das Impfzentrum geimpft werden können.

Grundsätzlich sind alle Bürgerinnen und Bürger gebeten, sich zuerst bei ihrem Hausarzt oder in ihrem Betrieb nach einer Impfung zu erkundigen. Das

Impfzentrum und die Sonderaktionen mit dem mobilen Impfangebot ergänzen und unterstützen landkreisweit das Angebot der Arztpraxen und Betriebsärzte. Um möglichst schnell in der Impfkampagne voranzukommen, ist es wich-tig, dass alle diese Möglichkeiten gleichwertig genutzt werden.

Impfbus wieder einsatzbereit

Aufgrund eines technischen Defekts mussten die geplanten Sonderimpfaktionen in Gerlenhofen und Nersingen am Freitag leider kurzfristig abgesagt werden. So war die Technik, mit der das Innenleben des Impfbusses gesteuert wird und über die unter anderem die notwendige Kühlung des Impfstoffes, Anmeldung und Registrierungsprozesse etc. geregelt wird, ausgefallen. Dies konnte mittlerweile behoben werden, so dass der Impfbus ab Montag wieder eingesetzt werden kann. Nachholtermine für Gerlenhofen und Nersingen sind in Planung und werden bekannt gegeben. Die nächste Sonderimpfaktion findet am Montag, 22. November, von 10:00 – 15:00 Uhr an der Rothtal-Halle (Schulstraße 1) in Buch statt. Die Bürgerinnen und Bürger können die Wartezeit im Foyer der Rothtal-Halle verbringen, die bestuhlt ist. Auch die Nachsorge erfolgt im Foyer. Die Impfung findet im Impfbus statt.

Für die Sonderimpfaktionen mit dem Impfbus ist im Moment keine Terminvergabe vorgesehen. Die Idee der mobilen Impfungen bzw. des Impfbusses war gerade das nie-derschwellige Angebot, um möglichst vielen Personen vor Ort so leicht wie möglich eine Impfung anbieten zu kön-nen: Jeder kann einfach ohne Termin vorbei kommen, muss sich nicht registrieren oder anmelden und kann sich auch spontan – quasi im Vorbeigehen – für eine Impfung entscheiden. Deshalb soll es bei diesen Sonderaktionen erst einmal bei den bisherigen Regelungen bleiben. Auf-grund der großen Nachfrage ist aber auch hier künftig weiterhin mit entsprechenden Wartezeiten zu rechnen.

Weitere Aktionen bzw. Sonderaktionen unter anderem in Zusammenarbeit mit den Kommunen, zum Beispiel in einem Gemeindesaal, sind in Planung. Durch solche Akti-onen soll an unterschiedlichen Orten im Landkreis ein zusätzliches Impfangebot geschaffen werden.

Die Wiederinbetriebnahme der Impfzentren in Neu-Ulm und Illertissen ist nicht vorgesehen. Die Forderung danach klingt zwar erst einmal einfach und logisch, allerdings sind hier wichtige Hintergründe zu beachten. Zu Beginn der Impfkampagne konnte noch nicht in Arztpraxen und Betrieben geimpft werden. Zudem war kein Impfbus im Einsatz. Daher dienten die Zentren dazu, die Impfkampagne in Gang zu bringen. Dies ist auch gelungen. Zu beachten ist, dass der Betrieb der Zentren sehr personalintensiv ist und Personal derzeit auch in diesem Bereich knapp ist. Nun setzen wir daher mit vielen dezentralen, flexiblen und niederschwelligen Angeboten auf eine breit gefächerte Vorgehensweise, bei der das einfachste Mittel – sofern möglich und dort angeboten – die Impfung bei der Hausärztin oder beim Hausarzt bleibt.

Stellungnahme zur aktuellen Ankündigung, dass künftig verstärkt der Impfstoff Moderna zum Einsatz kommen soll

Bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten hat allerdings die Ankündigung von geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Wochenende, den Impfstoff BioNTech zu limitieren und dafür verstärkt auf Moderna zu setzen für völliges Unverständnis gesorgt. „Dies bringt das gesamte Impfen bei den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen durcheinander und frustriert nur noch. Wir fordern die sofortige Rücknahme dieser falschen Maßnahme!“, kritisieren Dr. Stefan Thamasett und Dr. Peter Czermak, die im Landkreis Neu-Ulm die ärztliche Versorgung und das Impfen koordinieren. „Wir sind vor Ort wirklich gut aufgestellt und geben alle unser Bestes. Aber immer wieder bringen uns hektische, unkoordinierte und oft völlig verwirrende Ankündigungen und Entscheidungen wie jetzt wieder von Jens Spahn zur BioNTech-Deckelung in große Schwierigkeiten. Und am Ende sind wir die Dummen und werden dafür verantwortlich gemacht, worauf niemand mehr Lust hat“, schließt sich Landrat Thorsten Freudenberger an. Es gelte nun schnellstmöglich für Klarheit bei der Impfkampagne zu sorgen, und den Arztpraxen sowie den Impfzentren vor Ort Impfstoff ohne Kontingentierung einzelner Vakzine zur Verfügung zu stellen.

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