Großes Interesse am Aktionstag Long-Covid im Landkreis Neu-Ulm


Rund 100 Bürgerinnen und Bürger waren ins Illertal-Forum nach Senden gekommen, um sich bei verschiedenen Fachvorträgen über das Thema Long-Covid zu informieren. Die Gesundheitsregion Plus des Landkreises Neu-Ulm hatte den Aktionstag organisiert, der eigentlich schon im Dezember 2021 stattfinden sollte, pandemiebedingt jedoch verschoben werden musste.

Marc Löchner, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregion Plus, freute sich über das große Interesse: „Die Besucherinnen und Besucher sind nicht nur aus dem Landkreis Neu-Ulm sondern auch aus der Bodenseeregion oder dem Oberallgäu zu uns gekommen. Das zeigt den großen Bedarf an Informationen zum Thema Long-Covid.“ Deshalb freue es ihn besonders, „dass es uns gelungen ist, Referentinnen und Referenten zu engagieren, die das Thema Long-Post Covid von allen Seiten beleuchten konnten und den Zuhörerinnen und Zuhörern damit einen echten Mehrwert geboten haben.“

Löchner dankte insbesondere Prof. Harald Gündel von der Uniklinik Ulm für seinen Beitrag wie auch allen anderen Mitwirkenden für ihre Unterstützung und ihr Engagement. „Es freut mich immer besonders, wenn die Uniklinik Ulm Bestandteil des Netzwerkes der Gesundheitsregion Plus ist und wir über Ländergrenzen hinweg sehr gut zusammenarbeiten.“

Schätzungen zufolge leidet jeder zehnte genesene Covid-Erkrankte an gesundheitlichen Langzeitfolgen. In den Vorträgen wurden Erklärungsansätze behandelt sowie Hilfestellung bei der Bewältigung und Genesung gegeben.

In manchen Fällen kann sowohl nach einer stationären als auch ambulanten Akutbehandlung von COVID-19 eine Anschlussbehandlung im Rahmen einer Rehabilitationsmaßnahme erforderlich sein. Krankheitszeichen der Lunge, Erschöpfungszustände und andere Beschwerden können noch Monate nach dem Abklingen der Infektion, auch bei weniger schwerwiegendem Verlauf, auftreten.

Je nach Art der Beschwerden stehen Patientinnen und Patienten in Bayern verschiedene Einrichtungen für solche Nachbehandlungen zur Verfügung. Auch speziell auf Post-COVID-Patientinnen und -Patienten spezialisierte Heilbehandlungen bieten einige Kur- und Reha-Einrichtungen mittlerweile an, so Natasche Raible vom Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium. Weiterhin führte sie aus, dass die Bayerische Staatsregierung eine Förderinitiative für die Versorgungsforschung zum Post-COVID-Syndrom startete und hierfür 5 Millionen Euro bereitstellt.

Eine hohe Nachfrage gebe es laut Marc Löchner unter Betroffenen auch nach einem Austausch mit Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Hier konnte das Selbsthilfebüro KORN ein Angebot machen.

Insgesamt sei die Resonanz sehr gut gewesen, so der Eindruck von Marc Löchner. Die Vorträge seien eine gute Mischung aus sachlichen Informationen und praktischen Hinweisen gewesen. „Das Thema Long-Covid wird unsere Gesellschaft noch lange beschäftigen. Die Gesundheitsregion Plus wird das genau im Auge behalten.“

Aktionstag Long-Covid

Das Bild zeigt Prof. Dr. Harald Gündel, Prof. Dr. Dominik Buckert, Imka Schmid, Dr. Jana Schellenberg, Marc Löchner, Susanne Salzmann, Natascha Raible und Otto Rommel (von links).

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