Grundwasser im Unteren Illertal ist immer noch belastet


Das Grundwasser aus Gartenbrunnen im Illertal zwischen Bellenberg und Neu-Ulm kann nach wie vor mit Lösungsmitteln belastet sein. Die Gehalte in Bellenberg, Vöhringen, Gerlen-hofen und Ludwigsfeld liegen inzwischen auf niedrigem Niveau. Lediglich im Stadtgebiet von Senden sind noch höhere Konzentrationen vorhanden.

Deshalb sollten in den betroffenen Gebieten Gemüse- und Obstpflanzen während der Erntezeit nicht mit Brunnenwasser gegossen oder gewaschen werden. Das Leitungswasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ist dagegen nicht verunreinigt und kann ohne Einschränkungen genutzt werden. Auch das Wasser der Badeseen ist nicht belastet. Darauf weist das Landratsamt Neu-Ulm hin.

Die Grundwasserverunreinigungen durch so genannte Halogen-Kohlenwasserstoffe wie Tetrachlorethen (PER) und Trichlorethen (TRI) gehen nach wie vor von den Firmengrundstücken einer ehemaligen Großreinigung in Bellenberg und der früheren Uhrenfabrik in Senden aus. Leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe wurden bis weit in die 1980er- Jahre als Lösungs- und Reinigungsmittel eingesetzt. Die langjährige Verwendung der LHKW, ihr breiter Einsatz sowie der sorglose Umgang bei der Anwendung und der Deponierung von LHKW-haltigen Abfällen führte dazu, dass sie sich in Luft, Boden und Wasser weit verbreiteten. Zwischenzeitlich wurde die Produktion beziehungsweise der Umgang dieser Stoffe reglementiert und teilweise auch verboten. Aufgrund der Langlebigkeit dieser Stoffe sind Kontaminationen in Boden und Gewässer nach wie vor vorhanden.

Nach den aktuellen Untersuchungen ist in folgenden Gebieten des Landkreises Neu-Ulm der Grenzwert nach der Trinkwasserverordnung für Halogen-Kohlenwasserstoffe von zehn Mikrogramm je Liter Wasser noch überschritten:

Bellenberg:

Im Gebiet westlich der Bachstraße und nördlich des Mühlbachs liegen die Werte zwischen 58 und 10 Mikrogramm je Liter Wasser.

Vöhringen:

Im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie Ulm - Kempten bis zu 11 Mikrogramm je Liter Wasser.

Senden:

Im Stadtgebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm - Kempten (Werte zwischen 18 Mikrogramm und maximal 108 Mikrogramm je Liter Wasser).

Neu-Ulm, Stadtteil Gerlenhofen:

Entlang der Bahnlinie Ulm - Kempten und westlich davon bis zu 24 Mikrogramm je Liter Wasser.

Neu-Ulm, Stadtteil Ludwigsfeld:

Östlich der Memminger Straße liegen die gemessenen Werte bei 10 Mikrogramm je Liter Wasser.

Das Grundwasser in den restlichen Neu-Ulmer Stadtteilen und in der Innenstadt ist nicht belastet.

Das Landratsamt Neu-Ulm rät Gartenbesitzerinnen und -besitzern aus den betroffenen Gebieten daher zu Vorsichtsmaßnahmen. So sollte das Grundwasser aus Haus- oder Gartenbrunnen nicht als Trinkwasser verwendet werden. Obwohl Halogen-Kohlenwasserstoffe an der Luft rasch verdunsten, empfiehlt die Behörde, vorsorglich während der Erntezeit Gemüse- oder Obstpflanzen nicht mit dem belasteten Brunnenwasser zu gießen. Gemüse, Obst oder Salat sollten auch nicht mit Brunnenwasser, sondern nur mit dem Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung gesäubert werden. Weiter rät das Landratsamt, belastetes Grundwasser aus dem Brunnen nicht zum Baden, Duschen oder Tränken von Nutztieren zu verwenden.

Die Lagepläne mit den Messergebnissen können beim Landratsamt Neu-Ulm, Kantstraße 8, Zimmer 306, oder im Internet (siehe unten) unter der Adresse: www.landkreis-nu.de mit dem Suchbegriff „Grundwasserbelastung im Unteren Illertal“ eingesehen werden. Telefonische Auskünfte erhalten Sie unter Telefon  0731/7040-35101.

Lagepläne:

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