Jüdische Gemeinde gewährt Einblicke in ihre Synagoge


Es war ein eindrucksvolles Erlebnis. Den Besuch der Synagoge am Weinhof in Ulm werden die 23 ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuerinnen und -betreuer, die der Einladung der Integrationsbeauftragten des Landkreises Neu-Ulm, Margarete Fischer, folgten, so schnell nicht vergessen. Rabbiner Shneur Trebnik nahm sich viel Zeit, um die vielen interessierten Fragen seiner Gäste aus dem Landkreis Neu-Ulm zu beantworten.

Nachdem in den 1990er-Jahren die Zahl der in Ulm und Umgebung lebenden Juden stetig angewachsen war, kam im Jahr 2000 mit Shneur Trebnik erstmals nach dem Holocaust ein Rabbiner in die Stadt, um das jüdische Gemeindeleben wieder aufzubauen. Die neue Synagoge am Weinhof wurde am 2. Dezember 2012 eingeweiht. Sie steht seitdem nur acht Meter von der Stelle entfernt, wo sich ihr Vorgängerbau aus dem 19. Jahrhundert befand. Der Gebetssaal ist nach Südosten ausgerichtet, also geographisch exakt nach Jerusalem.

Derzeit besteht die jüdische Gemeinde aus circa 500 aktiven Gemeindemitgliedern im Raum Ulm/Neu-Ulm. Es ist eine lebendige Gemeinschaft, mit Angeboten für alle Altersgruppen, zum Beispiel auch Deutschkurse für Seniorinnen und Senioren. Das Gebäude bietet neben dem Gebetsraum Platz für einen Versammlungssaal, einen Kindergarten, Schul- und Verwaltungsräume sowie eine Mikwe (Ritualbad).

Nach einem Sicherheitscheck beim Einlass wurden die Männer aus der Besuchergruppe gebeten, eine Kippa zu tragen, während sie sich im Gebetsraum aufhalten. Rabbiner Shneur Trebnik gab einen kurzen Überblick über die Geschichte des Judentums bis heute, bevor er Wissenswertes über die jüdische Gemeinde vor Ort, ihren Glauben und deren Aktivitäten erzählte. Es entstand ein spannender Austausch zwischen Shneur Trebnik und den Gästen. Die eineinhalb Stunden vergingen wie im Flug.

Die Integrationsbeauftragte Margarete Fischer zog ein ausgesprochen zufriedenes Fazit: „Alle Gäste waren sehr angetan von diesen spannenden und interessanten Einblicken in das Leben unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.“

Im Rahmen der Anerkennungskultur für ehrenamtliche Integrationsarbeit organisiert die Integrationsbeauftragte des Landkreises Neu-Ulm regelmäßig solche Veranstaltungen für Engagierte aus dem Landkreis.

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Erlebnis Ulmer Synagoge: Die Integrationsbeauftragte des Landkreises Neu-Ulm, Margarete Fischer (ganz links im roten Anorak), organisierte den Besuch ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer von Geflüchteten bei der jungen jüdischen Gemeinde an der Donau.
Foto: Landratsamt Neu-Ulm

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