Halle in Nersingen steht bald nicht mehr für Geflüchtete zur Verfügung
Für die 189 Geflüchteten, die aktuell in einer Halle im Nersinger Gewerbegebiet untergebracht sind, müssen kurzfristig neue Unterkunftsmöglichkeiten gesucht werden. Die Gemeinde wird den Mietvertrag mit dem Landkreis Neu-Ulm nach einem gestern erfolgten Gemeinderatsbeschluss zum 31. August 2025 kündigen.
Die Halle wird seit Sommer 2022 für die Unterbringung von Geflüchteten aus dem ukrainischen Kriegsgebiet genutzt und dient als Erstaufnahmestelle für bis zu 199 Personen. Damit ist sie ein wichtiger Pfeiler in der Unterbringung geflüchteter Ukrainerinnen und Ukrainern im Landkreis Neu-Ulm. Das Landratsamt Neu-Ulm ist der Gemeinde Nersingen für die Vermietung der Halle zu diesem Zweck in den vergangenen Jahren sehr dankbar.
Der kurzfristige Verlust einer so großen Anzahl an Plätzen, wie sie in Nersingen zur Verfügung standen, stellt das Landratsamt nun vor große Herausforderungen. Dieses wird nun alle Möglichkeiten einer anderweitigen Unterbringung der derzeitigen Bewohnerinnen und Bewohner der Nersinger Halle prüfen. Hierzu zählen die weitere Belegung der bestehenden Unterkünfte sowie die Anmietung neuer Objekte. Die Prüfung weiterer Unterbringungsmöglichkeiten wird in enger Abstimmung mit der Regierung von Schwaben erfolgen.
Seit Beginn des Ukrainekrieges vor über drei Jahren kommt eine große Anzahl Geflüchteter aus der Ukraine nach Deutschland, um hier Schutz zu suchen. Nach wie vor fliehen stetig Ukrainerinnen und Ukrainer auch in den Landkreis Neu-Ulm. Schutzsuchenden aus der Ukraine ist es zwar grundsätzlich erlaubt, in privat angemieteten Wohnungen zu wohnen, doch die Suche nach geeignetem Wohnraum gestaltet sich für viele als sehr schwierig.
In den Unterkünften des Landkreises Neu-Ulm sind aktuell insgesamt 1280 Personen aus der Ukraine untergebracht. Nicht inbegriffen sind Geflüchtete, die privat untergekommen sind. Nachdem um den Jahreswechsel deutlich weniger Personen aus der Ukraine in den Landkreis Neu-Ulm gekommen waren, hat sich die Zahl der ankommenden Schutzsuchenden zuletzt wieder erhöht. Verlässliche Prognosen gibt es in diesem Fall nicht, wodurch Planungen zusätzlich erschwert werden. Der Landkreis Neu-Ulm sucht deshalb nach wie vor dringend nach geeignetem Wohnraum für die Geflüchteten.