Die IG Illertalbahn hat einen neuen Vorsitzenden
Der Ausbau der Illertalbahn ist längst gestartet doch das bedeutet keinesfalls, dass keine weiteren Kraftanstrengungen notwendig sind, um das Projekt weiter nach vorne zu bringen. Dies wurde bei der jüngsten Sitzung der Interessengemeinschaft (IG) Illertalbahn deutlich. Die Mitglieder hatten sich in der frisch sanierten Güterhalle am Kellmünzer Bahnhof auf Einladung der Neu-Ulmer Landrätin Eva Treu zusammengefunden.
Zunächst standen turnusmäßig Neuwahlen an. Die Wahl fiel einstimmig auf Alex Eder, Landrat des Landkreises Unterallgäu. Zu seinen Stellvertretern wurden Landrätin Eva Treu, Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger sowie der Memminger Oberbürgermeister Jan Rothenbacher gewählt.
Landrat Eder freute sich über das Vertrauen und die neue Aufgabe: „Beim Ausbau der Illertalbahn müssen dicke Bretter gebohrt werden. Deshalb ist es so wichtig, dass wir als Region zusammenstehen. Die IG Illertalbahn ist hierfür die ideale Plattform.“ Dem schloss sich Landrätin Eva Treu an.
Ralf Gummersbach und Paul Schiele, von der für die Planung zuständigen SWU Verkehr, stellten den aktuellen Planungsstand der sogenannten Memminger Halte vor.
Damit sind sechs Haltepunkte im Raum Memmingen gemeint, die entweder reaktiviert oder neugebaut werden sollen. Die Entwurfsplanung soll möglichst bis Jahresende fertig gestellt werden, so dass die Deutsche Bahn 2026 mit dem Planfeststellungsverfahren starten kann. Eine Inbetriebnahme der sechs neuen Haltestellen wäre im besten Fall in den Jahren 2028 und 2029 möglich, legten die SWU-Vertreter dar.
Für die DB (DB InfraGO AG) nahm Markus Baumann an der Sitzung teil. Er bezog sich in seinen Ausführungen vor allem auf die diesjährigen Probleme an der Bahnstrecke entlang der Iller: Bauarbeiten hatten zuletzt die ohnehin durch die Eingleisigkeit schon angespannte Situation weiter verschärft. Dazu kam ein Personalmangel insbesondere am Stellwerk in Gerlenhofen. Die Folge waren insgesamt deutlich zu viele Verspätungen und Zugausfälle. Markus Baumann teilte mit, dass die Bauarbeiten nun abgeschlossen seien und auch der Personalengpass für Gerlenhofen behoben werden konnte, so dass es deswegen erstmal keine Probleme mehr geben sollte.
Und mit dem teilweise zweigleisigen Ausbau der Strecke sowie der vollständigen Elektrifizierung soll die Illertalbahn mittelfristig deutlich leistungsfähiger und attraktiver werden. Diese Ziele stehen auch bei der IG Illertalbahn ganz oben. In der Sitzung wurde jedoch deutlich, dass der Weg dorthin alles andere als ein Selbstläufer werden wird.
Tobias Liebl, ebenfalls von der DB InfraGO AG, informierte über den aktuellen Stand der Vorplanung zur Weiterentwicklung der Illertalbahn. Für die Errichtung der insgesamt 104 Kilometer neuen Oberleitung wurden in der Vorplanung alle Bestandsbrücken hinsichtlich der notwendigen lichten Höhe untersucht. Insgesamt sind 21 Bauwerke wie Straßenüberführung oder Fußgängerüberführung zu niedrig und müssen entsprechend angepasst oder in Einzelfällen sogar neu gebaut werden.
Die Entwurfsplanung soll noch in diesem Monat gestartet werden, der Abschluss ist für 2028 vorgesehen. Ob der Bund den Ausbau dann auch wirklich finanziert, sei jedoch noch nicht mit Sicherheit zu sagen. Die IG-Mitglieder waren sich einig, dass sie die kommenden Jahre nutzen werden, um auf politischer Ebene entsprechend aktiv zu sein und die enorme Bedeutung des Ausbaus der Gleise zwischen Neu-Ulm und Memmingen deutlich zu machen.
Die Mitglieder stimmten deshalb als erste Maßnahme dem Vorschlag des Vorsitzenden Alex Eder zu, ein Schreiben im Namen aller Mitglieder an das Bundesverkehrsministerium sowie das bayerische Verkehrsministerium aufzusetzen, in dem die absolute Notwendigkeit und Dringlichkeit des Projekts dargelegt werden soll.
Info: Die IG Illertalbahn ist im Jahr 2015 gegründet worden. Ihr Ziel ist unter anderem ein zweigleisiger Ausbau beziehungsweise Teilausbau der Bahnstrecke zwischen Neu-Ulm und Memmingen, die eine der am stärksten befahrenen eingleisigen Strecken in ganz Bayern ist. Ein weiteres wesentliches Anliegen ist die Errichtung sechs neuer Haltepunkte im Raum Memmingen, der sogenannten Memminger Halte. Mitglieder sind die Landkreise Neu-Ulm und Unterallgäu, der Regionalverband Donau-Iller sowie insgesamt elf Städte und Gemeinden entlang der Illertalbahn.
Bildunterschrift:
Der neue Vorsitzende der IG Illertalbahn, Landrat Alex Eder (Mitte) mit zwei seiner Stellvertreter, Landrätin Eva Treu und Oberbürgermeister Jan Rothenbacher am Bahnhof in Kellmünz. Es fehlt: Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger.