Vorbilder für die Gesellschaft ausgezeichnet


Die höchste bayerische Feuerwehr-Ehrung wurde jetzt Erik Riedel und Matthias Thuro verliehen: das Steckkreuz des Feuerwehr-Ehrenzeichens. Im Rokokosaal der Regierung von Schwaben händigte Regierungspräsidentin Barbara Schretter neun Personen das Steckkreuz für besondere Verdienste um das Feuerwesen aus. Aus dem Landkreis Neu-Ulm freuten sich Kreisbrandmeister Erik Riedel und Kreisbrandinspektor Matthias Thuro über die Auszeichnung. Landrätin Eva Treu und Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt waren bei der Verleihung in Augsburg mit zugegen.

Das Steckkreuz steht für Respekt, Dankbarkeit und Anerkennung des Freistaats Bayern. Es wird nur an jene verliehen, die durch herausragende Leistungen im Einsatz oder jahrzehntelanges Engagement für das Allgemeinwohl überzeugen.

"Unter Zurücknahme und Zurückstellung persönlicher Interessen und Belange leisten Erik Riedel und Matthias Thuro seit Jahren einen beispiellosen Dienst für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, der allerhöchste Anerkennung und Respekt verdient", heißt es in der Begründung für die Ehrung. Beide erfüllten ihre Aufgaben stets vorbildlich.

Regierungspräsidenten Barbara Schretter und Erik Riedel.

Erik Riedel trat 1986 in die Feuerwehr Illertissen ein. Von 2008 bis 2025 war er Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Illertissen. Seit dem Jahr 2011 ist er als Kreisbrandmeister für den Landkreis Neu-Ulm tätig. Als Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Illertissen und Kreisbrandmeister war er an rund 6.000 Einsätzen beteiligt. Dazu zählen auch sehr große und schwierige Einsatzlagen wie der Brand eines Mehrfamilienhauses 2019 in Illertissen und einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle in Oberroth, die Erik Riedel mit "Mut, Entschlossenheit, großer Sachkenntnis und Führungsstärke meisterte", heißt es in seiner Ehrungsbegründung. Auch die Weiterentwicklung sowie Nachwuchsförderung lagen ihm stets am Herzen. Bei der länderübergreifenden Zusammenarbeit mit der benachbarten Stadt Dietenheim in Baden-Württemberg hat er eine gemeinsame Alarmplanung gefördert und gepflegt und dadurch den abwehrenden Brandschutz und Technische Hilfe beider Kommunen ausgebaut und optimiert. Zudem setzt er sich für den Erhalt historischer Feuerwehrfahrzeuge in der Stadt Illertissen ein und leistet hiermit einen wertvollen Beitrag zur heimatlichen Kulturgeschichte. Darüber hinaus ist ihm das hochaktuelle Thema Vegetations- und Waldbrandbekämpfung ein wichtiges Anliegen, das er mit der Verbesserung von Ausrüstung und Taktik im Landkreis Neu-Ulm weiter optimieren möchte.

Regierungspräsidentien Barbara Schretter und Matthias Thuro.

Matthias Thuro begann seine Feuerwehrlaufbahn 1985 in der Feuerwehr Lindenberg in der Pfalz. Dort leistete er bis 1989 Dienst. Parallel war er von 1985 bis 1988 in einer Werkfeuerwehr tätig. Von 1995 bis 2001 war er Teil der Feuerwehr Neustadt an der Weinstraße. Seit dem Jahr 2001 gehört er zur Freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn. Diese leitet er seit 2021 als Kommandant. Für den Landkreis Neu-Ulm war er seit 2004 zuerst als Kreisbrandmeister tätig, seit 2023 ist er Kreisbrandinspektor und seit diesem Jahr Örtlicher Einsatzleiter (ÖEL). Der ÖEL wird bei Katastrophen und Großschadenslagen von der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) des Landratsamts Neu-Ulm eingesetzt.

Mit der Absolvierung der gesamten Bandbreite an Führungs- und technischen Lehrgängen hat sich Matthias Thuro umfassende Kenntnisse in verschiedenen Bereichen angeeignet, die ihm bei seinen zahlreichen Tätigkeiten zugutekommen und die er gerne weiter vermittelt – nicht zuletzt selbst als Leiter für Landkreislehrgänge.

"Die Dienstauffassung, der Enthusiasmus und das Engagement von Matthias Thuro sind weit überdurchschnittlich und vorbildhaft", wird die Ehrung begründet. In ungezählten schweren Einsätzen sowohl auf Landkreisebene wie z. B. beim Hochwasser-Katastrophenalarm im Juni 2024 als auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn hat er sich bewährt und "war durch sein reichhaltiges Wissen, seine Besonnenheit und seine Entscheidungsfreude in der Lage, Leben zu retten und Schäden an Hab und Gut abzuwehren." Hier sind unter anderem der Großbrand zweier landwirtschaftlicher Anwesen in den Stadtteilen Asch 2018 und Bubenhausen 2019 sowie ein Gefahrguteinsatz und Wohnhausbrand in Weißenhorn 2022 zu nennen.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn ist er gemeinsam mit den neun Stadtteilfeuerwehren stets darauf bedacht, das Potenzial des Feuerwehrwesens zu stärken und ständig fortzuentwickeln. Zudem ist in Weißenhorn der landkreiseigene Gerätewagen-Gefahrgut stationiert.

Auch die Zukunft hat er fest im Blick, weshalb ihm die Förderung von Nachwuchskräften und die Stärkung von Frauen im Feuerwehrwesen ein großes Anliegen ist.

Landrätin Eva Treu und Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt gratulierten herzlich zur Ehrung. "Mit Ihrem außergewöhnlichen Engagement leisten Sie einen unersetzlichen Beitrag für unseren Landkreis Neu-Ulm sowie für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Menschen wie Sie prägen als Vorbilder unsere Gesellschaft, weshalb wir dankbar sind, Sie in unserer Mitte zu haben", sagte Landrätin Eva Treu.

Gruppenfoto mit Regierungspräsidentin Barbara Schretter (4. v. l.) mit Matthias Thuro (6. v. l. mit seiner Familie), Dr. Wolfgang Fendt (Bürgermeister der Stadt Weißenhorn) (4. v. r.), Landrätin Eva Treu (2. v. r.)  und Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt.

Gruppenfoto im Rokokosaal der Regierung von Schwaben: Regierungspräsidentin Barbara Schretter (4. v. l.) mit Matthias Thuro (6. v. l. und seiner Familie), Dr. Wolfgang Fendt (Bürgermeister der Stadt Weißenhorn) (4. v. r.), Landrätin Eva Treu (2. v. r.) und Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt (rechts).

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