Trotz deutlicher Mehraufwendungen hält der Landkreis Neu-Ulm den Kreisumlagehebesatz stabil


Im Landkreis Neu-Ulm starten in den kommenden Wochen die Haushaltsberatungen. Dann werden sich die verschiedenen Gremien des Neu-Ulmer Kreistags mit dem Haushaltsplanentwurf 2026 befassen.

Im Landratsamt Neu-Ulm stellten nun Landrätin Eva Treu sowie Kreiskämmerer Dominic Tausend den Etatentwurf vor. Insgesamt sieht der diesjährige Haushaltsplanentwurf ein Volumen von rund 258,8 Millionen Euro vor.

„Die Aufstellung des Haushaltsplans war alles andere als einfach“, informierte Landrätin Eva Treu und verwies auf die schwierigen Rahmenbedingungen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage – global wie national. Des Weiteren würden die Aufwendungen deutlich stärker steigen als die Erträge, was sich vor allem im sozialen Bereich widerspiegele. „Die Einflussnahmemöglichkeiten auf Landkreisebene sind äußerst gering“, erläuterte Treu „da wesentliche Aufwendungen von äußeren Faktoren wie Gesetzgebung, Tarifverträgen und der Bezirksumlage beeinflusst werden.“

Tausend führte aus, dass die finanzpolitischen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren einem deutlichen Wandel unterlegen seien. Die Energiekrise in Folge des Kriegs in der Ukraine habe zu einer hohen Inflation und einem wirtschaftlichen Abschwung geführt. Das daraufhin sinkende BIP (Bruttoinlandsprodukt) habe negative Auswirkungen auf die Steuereinnahmen der öffentlichen Haushalte und führe gleichzeitig zu höheren Sozialleistungen.

Für das Jahr 2026 steigen die ordentlichen Aufwendungen um rund 6,8 Millionen Euro. Den größten Anteil daran hat die erneut gestiegene Bezirksumlage mit rund 2,6 Millionen Euro, die der Landkreis Neu-Ulm an den Bezirk Schwaben abgeben muss. Im Jahr 2026 hat der Bezirk Schwaben den Hebesatz um 1,9 Prozentpunkte auf 26,9 % erhöht. Insgesamt führt der Landkreis Neu-Ulm damit rund 75,7 Millionen Euro an den Bezirk Schwaben ab. Allerdings ist hierbei dieses Jahr der kommunale Finanzausgleich mit zu berücksichtigen. So erhält der Bezirk Schwaben eine höhere Zuweisung von rund 68,6 Millionen Euro vom Freistaat Bayern, wodurch der Bezirksumlagesatz um rund 2 Prozentpunkte weniger erhöht wurde.

Des Weiteren steigen die Sozialaufwendungen im Kreishaushalt um rund 935.000 Euro auf rund 59,7 Millionen Euro. Für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) schlagen Mehraufwendungen in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro auf insgesamt rund 9,47 Millionen Euro zu Buche.

„Positives gibt es zu den Einrichtungen der SUAVIA Gesundheit gGmbH zu berichten“, teilte Treu mit. So habe der angestoßene Gestaltungsprozess deutliche positive Auswirkungen auf den Wirtschaftsplan der Einrichtungen. Zu nennen sind hier die Kosten- und Erlösoptimierung, Verbesserung der finanziellen Steuerbarkeit sowie die optimierte Organisations- und Verantwortungsstruktur. So könne in den kommenden Jahren das Defizit weiter gesenkt werden. Für das Jahr 2026 wird mit einem Defizitausgleich von rund 15,8 Millionen Euro gerechnet, für das Jahr 2027 werden ca. 14,3 Millionen Euro und für das Jahr 2028 ca. 13 Millionen Euro prognostiziert.

Geplante Investitionen

Auch im Jahr 2026 sind wichtige Investitionen vorgesehen. Dazu zählen neben Investitionszuschüssen in die SUAVIA Gesundheit gGmbH (4,2 Millionen Euro), der Neubau des Lessing-Gymnasiums in Neu-Ulm (13 Millionen Euro), die Erweiterung der Inge-Aicher-Scholl-Realschule in Neu-Ulm (2,2 Millionen Euro) sowie der Ausbau der NU 2 Ortsdurchfahrt Dietershofen bis Obenhausen (2,4 Millionen Euro). Auch in den Katastrophenschutz soll weiter investiert werden. In diesem Zusammenhang ist die Einrichtung eines KI-gesteuerten Pegel- und Messnetzwerks für den gesamten Landkreis vorgesehen. Hierfür sind rund 1,6 Millionen Euro im Kreishaushalt 2026 eingeplant.

Weitere geplante große Investitionen bis zum Jahr 2029 sind neben dem Neubau Lessing-Gymnasium (insgesamt rund 128,5 Millionen Euro) sowie der Erweiterung der Inge-Scholl-Realschule (insgesamt rund 19,8 Millionen Euro) ein Zuschuss zur Generalsanierung des Kollegs der Schulbrüder in Illertissen in Höhe von rund 13,2 Millionen Euro.

Keine Erhöhung der Kreisumlage geplant

Trotz der gestiegenen Aufwendungen schlägt die Verwaltung vor, den Kreisumlagehebesatz für 2026 nicht zu erhöhen und wie im Jahr zuvor mit 51,8 Prozent beizubehalten. „Damit bekräftigen wir unser Ziel, die Kommunen im Landkreis mit der Kreisumlage nur so stark zu belasten, wie es unbedingt notwendig ist“, bekräftigt Landrätin Eva Treu.

Insgesamt weist der Haushaltsplanentwurf des Landkreises Neu-Ulm ein Defizit von rund 6,4 Millionen Euro auf. Dieses soll über Rücklagen des Landkreises und freie liquide Mittel gedeckt werden. Die freien liquiden Mittel konnten durch bessere Rechnungsergebnisse, die Auflösung investiver Haushaltsreste sowie durch Auflösung von Rückstellungen erzielt werden. Des Weiteren ist eine Darlehensaufnahme vorgesehen.

„Auch dieses Jahr war die Aufstellung des Entwurfs des Haushaltsplans von einem sparsamen Kurs geprägt“, zog Treu ein Fazit. Bei allen Ausgaben gelte es, genau hinzusehen und es sei wichtig, weiterhin Sparmaßnahmen, wo möglich, zu ergreifen, um den finanziellen Pflichtaufgaben gerecht werden zu können. „Auch in diesen herausfordernden Zeiten will der Landkreis ein verlässlicher Partner für unsere Kommunen sein“, teilt Treu mit.

Die Haushaltsberatungen in den Ausschüssen starten am 11. Februar 2026, verabschiedet werden soll der Haushalt im Kreistag am 20. März 2026.     

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