Fachvortrag „Armut und Scham“ im Landratsamt Neu-Ulm


Die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen (KoKi) des Landkreises Neu-Ulm veranstaltet regelmäßig Fachvorträge zu verschiedenen Themen und lädt dazu Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen ein. Nun referierte Dr. Stephan Marks im Landratsamt Neu-Ulm. „Armut und Scham“ lautete der Titel der Veranstaltung, an der rund 30 Fachkräfte teilnahmen.

„Für alle, die mit Menschen arbeiten, ist das Wissen über das Gefühl Scham fundamental und muss im Arbeitsalltag präsent sein“, so die KoKi-Fachkräfte Simone Rasper und Renate Prager. Scham sei eine schmerzhafte, oft übersehene Emotion, die in jeder Begegnung, in jeder Arbeit mit Menschen akut werden könne. Etwa, wenn Menschen sich ihrer Armut schämen oder wenn sie dafür verspottet oder ausgegrenzt würden. Unerkannte Schamgefühle könnten beispielsweise zu Depression, Rückzug oder Sucht führen – oder in Zynismus, Trotz oder Aggression umschlagen. Daher sei es wichtig, Scham zu erkennen und sie konstruktiv begleiten zu können.

Dr. Stephan Marks sprach im Fachvortrag über den Zusammenhang von Menschenwürde und Scham und die möglicherweise daraus entstehenden Abwehrmechanismen im Verhalten eines Menschen, ebenso wie über die Quellen der Scham. „Scham ist wie ein Seismograph, der sensibel reagiert, wenn die menschlichen Grundbedürfnisse nach Anerkennung, Schutz, Zugehörigkeit oder Integrität verletzt wurden“, so Dr. Marks.

Ein wichtiger Punkt sei der Unterschied zwischen Scham und Schuld: Während Scham ein Gefühl sei, sei Schuld eine Tatsache, die allerdings mit Schamgefühlen verbunden sein könne. Den Unterschied zu erkennen, sei in der täglichen Arbeit mit Menschen relevant.

Die KKi-Fachkräfte gemeinsam mit dem Referenten Dr. Stephan Marks

Die KoKi-Fachkräfte Simone Rasper (links) und Renate Prager (rechts) mit dem Referenten Dr. Stephan Marks

Nach oben