Museen als Orte der Begegnung für Ältere und Demenzerkrankte
Museen sind nicht nur Orte, an denen Geschichte und Kultur vermittelt werden. Sie können auch Begegnungsorte sein, die Erinnerungen wecken, Gespräche anregen und Menschen zusammenbringen. Das Team der Landkreismuseen Neu-Ulm möchte diese Möglichkeiten künftig noch stärker für ältere Menschen und insbesondere für Menschen mit Demenz nutzen.
Dafür hat das Museumsteam erfolgreich die Weiterbildung „Kultur, Teilhabe und Älterwerden“ der Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben und des Curatorium Altern gestalten absolviert. Die Urkunden wurden nun im Bayerischen Bienenmuseum Illertissen überreicht. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Laura Hornung aus Pfuhl, die die Weiterbildung ebenfalls erfolgreich abgeschlossen hat.
„Die Fortbildung soll vor allem das Bewusstsein dafür stärken, ältere Menschen bei Kulturangeboten mitzudenken und ihnen den Zugang möglichst einfach zu machen. Dabei sind niedrigschwellige Angebote besonders wichtig“, erklärt Magdalena Scheuerl vom Curatorium Altern gestalten.
Bestehende Angebote weiterentwickeln
Mit dem „Treffpunkt Museum“, der zusammen mit der Gesundsheitsregion plus und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst entwickelt wurde, bietet der Landkreis bereits seit Längerem Veranstaltungen für ältere Menschen an. Nun soll dieses Format weiter auf die Bedürfnisse demenzkranker Menschen und deren Angehörige angepasst werden. Dabei steht nicht die reine Wissensvermittlung im Mittelpunkt. Vielmehr sollen die Museen eine angenehme Atmosphäre schaffen, in der Menschen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam etwas erleben.
Ein Beispiel ist der Archäologische Park Kellmünz: Themen aus der Antike werden dort anhand von archäologischen Objekten gemeinsam erarbeitet. Neu angeschaffte Repliken dürfen angefasst werden. Geschichten aus dem Alltag – etwa zum Essen, Kochen oder Wohnen – schaffen dabei eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und den eigenen Erinnerungen.
„Museum im Koffer“
Ein weiteres niederschwelliges Angebot ist das „Museum im Koffer“. Ausgewählte Objekte, Repliken und Materialien werden in Alten- und Pflegeheime mitgebracht. So kann das Museumserlebnis auch dort stattfinden, wo ein Besuch im Museum nicht mehr ohne Weiteres möglich ist. Interessierte Einrichtungen können sich direkt an das Museumsteam wenden.
Mit dieser Erweiterung bestehender Formate möchte der Landkreis Neu-Ulm Kultur für Menschen jeden Alters zugänglich und erlebbar gestalten.
Alle Informationen zu den Museen und deren Veranstaltungen sind online unter https://www.landkreis-nu.de/Museen
Freuen sich über den erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung (v.li.): Sarah Dannheimer (Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben), Laura Hornung, Daniela Deplano (Kreisarchäologin), Andrea Müller (Quartiersmanagerin Kellmünz), Sabine Moser (Stellv. Museumsleitung, Magdalena Scheuerl (Curatorium Altern gestalten). (Foto: Landratsamt Neu-Ulm)