Streuobsterfassung im Landkreis

Suche nach verschollenen Obstsorten

Früher waren allein in Bayern mehr als 1.500 Apfel- und Birnensorten verbreitet. Heute sind davon nur noch ungefähr 250 Sorten im Landkreis bekannt. Viele Sorten sind leider verschollen oder gelten als stark gefährdet.

Auch in unserem Landkreis Neu-Ulm sind in den herrlich blühenden landschaftsprägenden Streuobstgürteln unserer schönen Dörfer viele Obstbäume bereits sehr alt und sterben zunehmend ab. Mit dem Verlust der Bäume gehen leider viele regionaltypische Sorten wie der Apfel "Pfaffenhofer Schmelzling", "Beyerapfel" und die "Weißenhorner Birne" verloren. Dabei sind es gerade die Regionalsorten, die besonders gut an unser Klima angepasst sind und deshalb als unverzichtbarer Genpool von Resistenzen gegen Krankheitserreger und Schädlinge gelten. Deshalb besteht ein akuter Handlungsbedarf.

Ein im Rahmen des EU-Programms „LEADER“ gefördertes Projekt in den Jahren 2016 bis 2019 hatte zum Ziel, bereits verschollene alte Apfel- und Birnensorten im Rahmen einer umfangreichen Sortensuche wieder zu finden. Dazu wurden in Streuobstwiesen, Gärten und Parks die Standorte von 2.565 alten Obstbäumen per GPS erfasst, um deren Sortennamen zu bestimmen.

Homepage „Streuobsterfassung Nordschwaben“
Luftbild zu den Standorten mit Sortennamen der erfassten Obstbäume Broschüre Besondere Apfel- und Birnensorten in Nordschwaben - Eine Bestandsaufnahme der Jahre 2016 - 2019 (pdf)

Im Landkreis Neu-Ulm wurden bisher circa 2.500 Standorte alter Apfel- und Birnbäume erfasst
Erfassung von insgesamt 5.280 Obststandorten in allen vier beteiligten Landkreisen.

Sortenspektrum im Landkreis Neu-Ulm

  • 287 Kernobstsorten in Gärten und Landschaft gefunden
  • 193 Kernobstsorten: Sortennamen bekannt (146 Apfel- und 47 Birnensorten)
  • 94 Kernobstsorten: Sortennamen unbekannt (Namen derzeit noch verschollen)

Sortenspektrum der vier beteiligten Landkreise

  • 374 verschiedene Obstsorten in Gärten und Landschaft gefunden
  • 254 Sorten namentlich bekannt
  • 120 Sorten unbekannt/Namen verschollen
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Erfassungsarbeit eines Pomologen stellt die Broschüre „Besondere Apfel- und Birnensorten Nordschwabens“ vor. Die Dokumentation gibt erstmals Antwort auf die Fragen, welche Sorten im Landkreis überdauert haben und wie gefährdet diese sind. Der Projektbericht beschreibt die regional bedeutendsten Apfel- und Birnensorten in 50 Sortenportraits und 450 farbenprächtigen Bildern.

Eine ausführliche Beschreibung der Obstsortenerfassung in den beteiligten Landkreisen Augsburg, Aichach-Friedberg, Donau-Ries und Neu-Ulm sind im Abschlussbericht des Projekts aufgeführt. Die Broschüre ist im Kreismustergarten und beim Landratsamt Neu-Ulm bei Rudolf Siehler erhältlich.

zum Abschlussbericht des Projekts
  • Regionaltypische Sortenvielfalt im Landkreis erfassen
  • Jungbäume gefährdeter Sorten zum Kauf in Baumschulen anbieten
  • Pflanzung regionaltypischer Sorten in Gärten, Streuobstwiesen und Ausgleichsflächen der Kommunen
Neben altbewährten, vielen seltenen und gefährdeten Obstsorten wurde in Reutti die verschollene Apfelsorte „Henzens Parmäne“ wieder entdeckt. Edelreiser dieses Baumes und weiterer aufgefundener Sortenraritäten wurden bereits an eine örtliche Baumschule zur Anzucht von Jungbäumen weitergegeben.
Rote Äpfel hängen am Baum.

Obstsorten erhalten

Kennen Sie den Pfaffenhofer Schmelzling? Dabei handelt es sich um eine besonders gefährdete Apfelsorte. Der Obstsortenerhaltungsgarten soll helfen, vom Aussterben bedrohte Apfel- und Birnensorten der Region zu erhalten.

Was kreucht und fleucht hier? Ein Junge sieht sich ein Insektenhotel näher an.

Arten- und Naturschutz an Schulen

Was kreucht und fleucht an unseren Schulen? Projekt für Kinder und Jugendliche an den Landkreisschulen zum Artenschutz.

Eine Biene auf Nahrungssuche in einem Blühstreifen.

Blühende Landschaften

Blühende Landschaften sind die Lebensgrundlage für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten. Machen Sie mit und säen Sie ein!
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