Klimaschutz

Der Landkreis Neu-Ulm arbeitet bereits seit 2012 mit einem integrierten Klimaschutzkonzept systematisch an Klimaschutzmaßnahmen im Landkreis. Das Konzept wurde kontinuierlich ergänzt und erweitert, 2016 durch ein Mobilitäts- und aktuell durch ein Radverkehrskonzept. Das damals gesetzte Ziel einer CO2-Reduktion von 20% konnte erreicht werden.

zum Klimaschutzkonzept (pdf)

2023 steht eine vollständige Überarbeitung und Aktualisierung an, damit der Landkreis die gesetzten Ziele "klimaneutrale Verwaltung" bis 2030 und "klimaneutraler Landkreis" bis 2040 erreichen wird. Mit diesen Zielen bekennt sich der Landkreis klar zum Pariser Klimaabkommen. In diesen hat die Weltgemeinschaft festgelegt, alle Maßnahmen zu treffen, um die Klimaerwärmung auf 1,5° zu beschränken.

Klimawandel – Globale Herausforderung mit regionaler Auswirkung

Warming Stripes zeigen die jährliche Durchschnittstemperatur in Bayern

Unser Klima hat sich über die letzten 100 Jahre bereits messbar verändert. Wir müssen heute reagieren, damit diese Veränderungen nicht mittel- bis langfristig dramatischer werden. Eindrucksvoll machen das die Warming Stripes sichtbar, welche die jährliche Durchschnittstemperatur in Bayern zeigen. Im Vergleich zur Durchschnittstemperatur zwischen 1970 und 2000 wurde es im Landkreis Neu-Ulm in den letzten Jahren bereits um 2 Grad wärmer.

Das veränderte Klima nimmt Einfluss auf unser Wetter. Auch wenn es weiterhin normale Sommermonate und Winterwochen geben wird, werden wir alle spüren, dass sich etwas verändert. Das mag positiv wahrgenommen werden, wenn man mit Freunden auch im Oktober noch abends im Garten sitzen kann. Oder negativ, wenn Starkregenereignisse wertvollen Humus oder noch schlimmer ganze Existenzen wegschwemmen oder es an Hitzetagen gerade für ältere Menschen kaum noch auszuhalten ist.

Statistiken von Schwaben zu Jahresniederschlag, Starkregentage, Hitzetage und Eistage

Quelle: Umweltbundesamt: Klimawandel und Tourismus

In der Region müssen wir uns bereits in den kommenden 50 Jahren auf stärker werdende Wetterextreme gefasst machen. Der Regen wird nicht mehr gleichmäßig verteilt über das Jahr fallen, sondern viel stärker in kürzeren Zeiträumen. Dazwischen liegen, folgt man den Wettermodellen, ausgeprägte Wärme und Hitzeperioden. Und auf weiße Weihnachten werden wir im Landkreis wohl kurz- bis mittelfristig dauerhaft verzichten müssen.

Das hat auf unsere Mitwelt ebenfalls gravierende Auswirkungen. Das über Jahrtausende eingependelte System der Natur kommt aus dem Takt. Temperaturen und Lichtintensität – zwei wichtige Taktgeber für Tiere und Pflanzen laufen nicht mehr synchron. Und dieser Wandel erfolgt zu schnell, als dass sie sich daran anpassen können.

Das alles wird unsere heutige Art als Gesellschaft zu leben, unser Wirtschaftssystem und unsere heimische Landwirtschaft, die wir für eine regionale Lebensmittelversorgung benötigen, beeinflussen. Im Sommer 2022 sind im regenreichsten Gebiet Deutschlands, dem Allgäu, zum ersten Mal Almquellen versiegt und deutschlandweit werden sinkende Grundwasserstände gemeldet. Wie regeln wir das, wenn z. B. Wasser ein knappes Gut wird und es von unterschiedlichen Interessensgruppen beansprucht wird? Logo Klimaschutz Landkreis

Der Landkreis Neu-Ulm hat die Stelle des Klimaschutzmanagers geschaffen, um auf die Herausforderungen des Klimawandels gemeinsam mit allen Berührungsgruppen aus Gesellschaft, Land- und Forstwirtschaft, Logistik, Handel, Industrie oder Nicht-Regierungsorganisationen neue und zukunftsfähige Antworten zu finden.

Der Landkreis hat verschiedene Maßnahmen vorangebracht, Zeit für eine längere Ruhepause können wir uns aber nicht gönnen. Noch sind die Maßnahmen zur Öko-Effektivität zu wenig sichtbar. Diese zahlen positiv auf eine lebenswerte und intakte Mitwelt ein. Zu nennen ist hier zum Beispiel das gut ausgeschilderte Radwegenetz im Landkreis, die Entwicklung der Regio-S-Bahn Donau-Iller, aber auch ökologische Maßnahmen wie die Moor-Renaturierung im Gannertshofener oder Illertissener Ried.
 
Der Großteil der bisherigen Maßnahmen spricht die Öko-Effizienz an. Hier geht es darum, weniger schädlich zu werden und damit den Klimawandel und seine Auswirkungen zu verzögern. In den letzten zehn Jahren konnte durch die realisierten Maßnahmen der durchschnittliche Ausstoß des Landkreises an Treibhausgasen pro Einwohner um gut 30 % reduziert werden. Ein sehr gutes Ergebnis, aber für die nächsten 70 % bleiben nur 17 Jahre übrig. Es gilt also, die bisherigen Anstrengungen deutlich zu steigern.  
Der eigene Beitrag zum Klimaschutz durch eine Ernährungsumstellung erscheint auf den ersten Blick sehr gering. Zielführende Diskussionen um Mobilität, fossile Energieträger oder Flüge ins All wirken viel dringlicher. Lohnt sich da überhaupt das eigene Engagement? Ja, denn spielt Regionalität der Lebensmittel in der Gesellschaft eine größere Rolle, hat das auf viele Bereiche Auswirkungen: Weniger Lebensmittel müssen über weite Strecken transportiert werden, die regionale Landwirtschaft wird unterstützt, Humusaufbau auf dem Feld entzieht der Atmosphäre CO2, Bodengesundheit und Biodiversität werden gefördert. Eine kleine Veränderung der Gewohnheiten hat große positive Auswirkungen auf die Region. Das wirkt sich positiv auf das Klima und die Lebensqualität nachfolgender Generationen aus. Erfahren Sie in der neuen Broschüre des Landkreises wie sie mit umsetzbaren und konkreten Vorschläge zur Auswahl, dem Einkauf oder der Bearbeitung von Lebensmitteln. Schritt für Schritt mehr Nachhaltigkeit auf den Teller bekommen.

zur Broschüre Nachhaltige Ernährung (pdf)
Deckblatt der Broschüre Nachhaltige Ernährung
Machen Sie den CO-Check und finden Sie heraus, an welcher Stelle Sie CO2 vermeiden und Gutes für das Klima tun können.

zum CO2 Rechner des Umweltbundesamtes

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